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Pick-to-Light: Eine Definition

Ein LED-Leuchten, ein Griff, fertig – so einfach ist das Pick-Verfahren mit einem Pick-to-Light-System. Ganz ohne Quittieren und Zettelwirtschaft. Es ist einfach zu installieren, einfach anzuwenden, und sorgt so rundum für ein einfacheres, wettbewerbsfähigeres Kommissionierverfahren.

Was ist Pick-to-Light?

Die Begriffe Pick-to-Light und Pick-by-Light sind im Themenbereich Industrie 4.0 weit verbreitet. Sie stehen für ein Verfahren, bei dem ein Werker durch Lichtsignale durch einen Montageprozess oder einen Kommissioniervorgang geleitet wird. Dazu wird direkt an den Materialbehältern durch Lichtanzeigen signalisiert, welches Teil der Arbeiter für den nächsten Montageschritt benötigt. Der P2L-Sensor zeigt so jeweils den nächsten Arbeitsschritt an und überwacht seine Ausführung. Greift der Werker in ein falsches Fach, so wird dies angezeigt und es müssen je nach Programmierung bestimmte Reaktionen erfolgen, z. B. Quittieren oder Baugruppen zur Nacharbeit ausschleusen. Das Pick-to-Light-System gehört somit zu den beleglosen Systemen in der Kommissionierung, also Systeme, in denen Picklisten durch modernere Technik ersetzt werden.

Für die Werker ist dieses System als Unterstützung gedacht. Das Pick-to-Light-System ist keine zeitliche Taktvorgabe, sondern dient lediglich dazu, dem Arbeiter die Hände freizuhalten und volle Konzentration auf den Montageprozess zu ermöglichen, indem es das Pick-Verfahren erleichtert. Werker bleiben dennoch weiterhin unabhängig und selbstständig.

Installation

Die Installation eines Pick-to-Light-Systems ist platzsparend, aber erfordert ein Steuerungssystem innerhalb der Anlage in Form von Software für den Pick-Ablauf. Dazu kann das Pick-to-Light-System in bereits vorhandene Warehouse-Management-Systeme eingebunden werden, oder es wird neue Software vom jeweiligen Hersteller erstanden und eingerichtet.

Vorteile

Dieses Vorgehen bietet mehrere Vorteile. Mit dem P2L wird beispielsweise große Prozesssicherheit in manuellen Montage- und Kommissionierprozessen erreicht, was gerade bei großer Variantenzahl bei kleinen Losgrößen von großem wirtschaftlichem Vorteil ist. Nach dem Poka Yoke-Prinzip werden so viele Fehlerquellen eines manuellen Vorganges wie möglich ausgeschlossen. Baugruppen mit vielen Varianten bei kleinen Losgrößen sind besonders fehleranfällig, und besonders bei sicherheitsrelevanten Bauteilen ist die Prozesssicherheit von großer Bedeutung und kann mit einem Pick-to-Light-System permanent überwacht und dokumentiert werden. Die kleine Bauweise und der geringe Mindestabstand ermöglichen außerdem sehr flache Regalebenen, was für eine ergonomische Bereitstellungsarchitektur mit kürzeren Greifwegen sorgt. Eine Entnahme aus einem Materialfach muss nicht quittiert werden, weil der P2L-Sensor die Entnahme automatisch erkennt. Ein Pick-to-Light-System kann somit entscheidend dazu beitragen, dass manuelle Montagen hinsichtlich Kosten und Qualität optimiert werden und langfristig wettbewerbsfähig bleiben.

Weitere Systeme und Anwendungen

Ähnliche Verfahren wie Pick-to-Light beinhalten Pick-by-Voice oder Pick-by-Vision, bei denen Sprecher oder Datenbrillen nach dem gleichen Prinzip angewendet werden. Es existiert ebenfalls das Put-to-Light-System, welches Arbeiter nicht durch einen Entnahme-, sondern Ablageprozess leitet. Pick-to-Light- und Put-to-Light-Systeme können in Verbindung miteinander eingesetzt werden.

Nicht zuletzt werden Pick-to-Light-Verfahren auch mobil eingesetzt. Typischerweise sind Pick-to-Light-Systeme am effektivsten, wenn die Greifwege kurz und die Abstände zwischen zu kommissionierenden Teilen nicht allzu lang sind. Da dies jedoch nicht in allen Anlagen der Fall ist, kann das System an eine weitläufigere Umgebung angepasst werden. Dazu werden Kommissionierfahrzeuge mit dem Pick-to-Light-System ausgestattet, die dann mobil durch die Anlage transportiert werden können, um an jeder gegebenen Lagerstelle zum Einsatz zu kommen.